Koosje Schmeddes

Koosje Schmeddes

Einleitung

Die Künstlerin Koosje Schmeddes (* 1978, Haarlem, Niederlande) schafft mit ihrer Kunst Situationen, die den Betrachter zwingen, die eigene Passivität aufzugeben. Sie verwendet zufällige und zufällig wirkende Situationen oder Bilder, aus denen sie dreidimensionalen Collagen, Skulpturen und Arbeiten auf Papier schafft. Schmeddes’ Werke lassen den Betrachter mit einer Mischung aus widersprüchlichen Gefühlen und Gedanken zurück. Ihre Arbeiten täuschen den Betrachter oft, indem sie Verwirrung stiften. Ihre Kunstwerke enthüllen subtile Details seltsamer, exzentrischer und humorvoller Elemente. Durch das Experimentieren mit vom Zufall abhängigen Prozessen möchte sie, dass der Betrachter als eine Art zusätzliche Komponente Teil ihrer Kunst wird. Die Kombination nicht zusammenhängender Aspekte führt zu überraschenden Analogien.

Koosje Schmeddes lebt und arbeitet derzeit in Antwerpen.

www.koosjeschmeddes.com

Fair

Die Arbeit von Koosje Schmeddes ist oft vielfach interpretierbar, und als Zuschauer wird man zwischen Humor und Ernsthaftigkeit hin und her gerissen. Durch die Kombination von Objekten, die sich auf Glauben und Leben beziehen, können das Werk und sogar der Titel des Werks „Fair“ auf viele Arten interpretiert werden, genau wie der Glaube und das Leben selbst. Koosje Schmeddes ging von einem formalen Ansatz aus: Sie sieht den Kuchen als Spiegelbild des umgedrehten Fez. Durch die Platzierung als Gegenform in einer kleinen Kapelle scheinen die beiden Objekte plötzlich einen göttlichen Status zu erlangen.

Wie etwas gesehen wird, hängt oft vom Zeitgeist und allen möglichen kulturellen Einflüssen ab. Alles ändert sich und verändert sich, die eigenen Konzepte und Standards entwickeln sich ständig weiter: Zum Beispiel war der Fes im 19. Jahrhundert eine obligatorische Kopfbedeckung im Osmanischen Reich, bis er nach dem Zerfall desselben Reiches im frühen 20. Jahrhundert von der Regierung verboten wurde, weil er nicht mehr modern genug war.

Diese Arbeit scheint auf den ersten Blick ein bekanntes Bild in Kyllburg zu sein, denn hier finden Sie viele katholische Referenzen. Gleichzeitig bezieht sie sich auf einen Zusammenprall der Kulturen oder einfach auf unsere multikulturelle Gesellschaft mit Einflüssen aus Nord, Ost, Süd und West.

Daily life, Take 204

Mitten im Raum, an Seidenfäden balancierend, hängt eine ursprüngliche, heimelige und verlassene Szenerie. Es herrscht eine gedämpfte Spannung. Sie sehen den eingefrorenen Moment eines ununterbrochenen zeitlichen Übergangs.

Diese Arbeit betont die Suche nach Gleichgewicht, wie in einer Dauerschleife, immer und immer wieder.

Der Blick durch das Fenster auf die Wohnhäuser auf der anderen Seite des Hügels verstärkt die intime und heimelige Atmosphäre, die diese Arbeit hervorruft. Diese Atmosphäre steht im Einklang mit der Bedrohung, die die Arbeit gleichzeitig ausstrahlt.

Mit diesem poetischen Bild schafft Schmeddes ein universelles Gefühl, das den Betrachter zugleich mit Hoffnung und Verzweiflung konfrontiert.

Standort

50°02’27.0″N 6°35’23.2″E
Pavillon, Hochtraße