Autor: Jan Michorius

  • Untangle

    Untangle

    Eine verlassene Bank, die nicht mehr benutzt wird.

    Durch Platzieren mehrerer Baumstämmen auf dem Betonsockel der Bank wird das Bild eines horizontalen Baumes nachempfunden. Das verbrannte Holz verwandelt nicht nur den Baum, sondern verlangsamt auch den Verfall. Dieser Transformationsprozess schafft Raum für Veränderung.Es lädt ein, darauf zu sitzen, die Aussicht zu genießen und gleichzeitig herauszufinden, was dieses Objekt entweder zu einem Möbel oder einer Skulpturen macht. Passt es aus Sicht des Betrachters in seine Umgebung oder ist es ein logisches Element in dessen Kontext? Oder ist es einfach eine schöne Geschichte, die nach ihrer eigenen Wahrheit sucht? Während des Sitzens und Reflektierens wird der Besucher Teil der Veränderung.

    Gedanken, die diese Arbeit inspiriert haben, sind:Alles ist in Bewegung und verändert sich ständig. Wir als Zuschauer sind nur für einen kurzen Moment „da“, um zu beobachten.

    Als Designer von Miniatur-Architektur nutzt Kramer alle Möglichkeiten, die sich ihm bieten: Technologie, Material, Form und Funktion. Das klingt ziemlich allgemein. Ist es nicht so, dass dieser Gedanke aus inklusivem Denken resultiert und sich nicht auf zeitgenössische Technologie konzentriert oder „das, was früher war“ als besser einstuft?Kramer versucht, Material und Handwerk zu verstehen und so Teil eines kontinuierlichen Stroms von Gedanken und Handlungen zu sein, die sich über Zeit und Generationen wiederholen.

    Ich bin nicht mehr als ein Mutant. Meine Arbeit ist ein Beispiel dafür.

    Durch die Anwendung bewusst gewählter Techniken zur Veränderung der eigentlichen Bestimmung des Materials, bekommt das resultierende Objekt einen neuen Ansatz für den Betrachter.

    In jüngsten Projekten hat Kramer mit der rhythmischen Wiederholung architektonischer Elemente und dem Schichten von Material gearbeitet. Im vergangenen Jahr hat Kramer beispielsweise einen großen Raumteiler hergestellt, indem er ein großes Schlauchboot im Atrium einer weiterführenden Schule in die Luft gesprengt hat, und er hat ein kleines Büro im Garten eines Fotografen entworfen, das einem Fabrikgebäude ähnelt.

  • Fair

    Fair

    Koosje Schmeddes‘ Arbeiten sind oft vielfältig interpretierbar, und als Betrachter ist man hin- und hergerissen zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. Durch die Kombination von Objekten, die sich auf Glauben und Leben beziehen, lassen sich das Werk und sogar der Titel „Fair“ ebenso vielfältig interpretieren wie Glaube und Leben selbst. Koosje Schmeddes‘ Ausgangspunkt ist ein formaler Ansatz: Sie betrachtet den umgedrehten Fez als Spiegelbild einer Torte und stellt ihn als Gegenform in einer Kapelle gegenüber, sodass beide Objekte plötzlich einen göttlichen Status zu erlangen scheinen. Die Wahrnehmung hängt oft vom Zeitgeist und verschiedenen kulturellen Einflüssen ab. So war der Fez beispielsweise im 19. Jahrhundert im Osmanischen Reich eine obligatorische Kopfbedeckung, bis er nach dem Zusammenbruch desselben Reiches im frühen 20. Jahrhundert vom ersten Präsidenten der Türkei als nicht mehr zeitgemäß genug verboten wurde. Auf den ersten Blick wirkt dieses Werk aufgrund der vielen katholischen Einflüsse im dortigen Straßenbild in Kyllburg vertraut, verweist aber zugleich auf einen Kulturkonflikt bzw. schlicht auf unsere multikulturelle Gesellschaft mit Einflüssen aus Nord, Ost, Süd und West. Im Raum schwebt eine archetypische, häusliche, verlassene Szene, die von seidenen Fäden gehalten wird. Eine ruhige, aufgeladene Atmosphäre liegt in der Luft. Man sieht einen eingefrorenen Moment des ununterbrochenen Übergangs in der Zeit. Dieses Werk betont die Suche nach Gleichgewicht, wie in einer Schleife, immer wieder. Der Blick durch das Fenster auf den bewohnten Bereich auf der anderen Seite des Hügels verstärkt die intime und häusliche Atmosphäre, die dieses Werk hervorruft. Diese Atmosphäre steht im Widerspruch zur Bedrohung, die das Werk gleichzeitig ausstrahlt. Mit diesem poetischen Bild erzeugt Schmeddes ein universell nachvollziehbares Gefühl und konfrontiert den Betrachter mit Hoffnung und Verzweiflung.

    Koosje Schmeddes (geb. 1978 in Haarlem, Niederlande) schafft Situationen, die die Passivität des Betrachters stören. Schmeddes verwendet zufällige und scheinbar willkürliche Situationen oder Bilder, aus denen Assemblagen, Skulpturen und Arbeiten auf Papier entstehen. Schmeddes‘ Werke hinterlassen den Betrachter verwirrt und erfüllen ihn mit einer Mischung widersprüchlicher Gefühle und Gedanken. Ihre Werke täuschen den Betrachter oft, indem sie Verwirrung stiften. Ihre Kunstwerke offenbaren subtile Details seltsamer, exzentrischer und humorvoller Elemente. Durch das Experimentieren mit aleatorischen Prozessen möchte sie den Betrachter als eine Art ergänzende Komponente der Kunst einbeziehen. Die Kombination unabhängiger Aspekte führt zu überraschenden Analogien. Koosje Schmeddes lebt und arbeitet derzeit in Antwerpen.

  • Die Verbundenheit

    Die Verbundenheit

    Die Verbundenheit

    Die Natur zeigt automatisch die Form der Energie, die vorhanden ist. Zwei große Bäume nebeneinander, von denen die Wurzeln des einen eine linksdrehende Bewegung und die des anderen eine rechtsdrehende Bewegung machen. Verstreut liegende Steine, die so verlegt werden, dass sie diese Drehbewegungen zeigen. Zwischen den Bäumen kommen diese beiden Bewegungen zusammen. Die männlichen und weiblichen Energien sind miteinander verbunden.

    Der Kompass zeigte uns, dass dieser Ort (vom Weg aus gesehen) genau im Norden liegt, dort, wo Ende und Neuanfang, das Ewige, zusammenkommen und verschmelzen.

  • Das Echo

    Das Echo

    Das Echo

    Wir, Katherina und Mimi, reagieren auf das, was uns der Ort sagen will. ‘Zufällige’Funde,

    Entdeckungen, Beobachtungen. Das Material, mit dem wir arbeiten, tragen wir zusammen. Auf dem Gelände von ‘Das Echo’ ein gefundenes Vogelhaus, das sein Gesicht zeigte und ein Baum in Form einer Stimmgabel.

    In der Umgebung liegende, ähnlich geformte Äste, die sorgfältig zusammengetragen werden und die Botschaft des Stimmgabel-Baumes verstärken. Mit einem gewissen Abstand zueinander in den Boden eingelassen, in einer Linie mit dem Gesichtsmund verbunden. Der Weg vom Mund zur letzten Stimmgabel ist das Echo, das Echo der Träume, Geschichten, Ideen und tiefsten Wünsche, die weitergegeben und transformiert werden wollen. Die sich wiederholende und grösser werdende Resonanz wird zu einem Muster, zu einer Kraft.

  • The blue line

    The blue line

    Gemeinschaftsprojekt von Ben Hirtz und Olivier Rijcken. Die Teile eines bei Sturm abgebrochenem und später zersägtem Baumstamms, werden durch die blaue Linie wieder verbunden.

    „Künstlerische Arbeit ist die Freiheit, unbekannte Wege zu gehen.“

    Benjamin Hirtz, Jahrgang 1955, künstlerisch, gestalterisch und handwerklich sowie kunstpädagogisch in diversen Ateliers und Ausbildungsstätten ausgebildet. Selbstständig als Bildhauer, Gestalter, Lehrer.

    Nach der Arbeit mit schwerem Stein und anderem Material interessiert mich im Moment eher das Skizzenhafte. Es ist leicht und frei und nicht fertig … lässt der Fantasie Spielraum und fordert den Betrachter, den eigenen inneren Bildern und Prozessen zu folgen und sich (damit) auseinanderzusetzen. Eine Markierung macht auf etwas aufmerksam, das schon die ganze Zeit da ist, aber nicht (mehr) wahrgenommen wird. Sie fordert auf, sich damit auseinanderzusetzen. Es ist ein Akt der Bewusstwerdung.

  • Markierung blau, schwebend

    Markierung blau, schwebend

    „Künstlerische Arbeit ist die Freiheit, unbekannte Wege zu gehen.“

    Benjamin Hirtz, Jahrgang 1955, künstlerisch, gestalterisch und handwerklich sowie kunstpädagogisch in diversen Ateliers und Ausbildungsstätten ausgebildet. Selbstständig als Bildhauer, Gestalter, Lehrer.

    Nach der Arbeit mit schwerem Stein und anderem Material interessiert mich im Moment eher das Skizzenhafte. Es ist leicht und frei und nicht fertig … lässt der Fantasie Spielraum und fordert den Betrachter, den eigenen inneren Bildern und Prozessen zu folgen und sich (damit) auseinanderzusetzen. Eine Markierung macht auf etwas aufmerksam, das schon die ganze Zeit da ist, aber nicht (mehr) wahrgenommen wird. Sie fordert auf, sich damit auseinanderzusetzen. Es ist ein Akt der Bewusstwerdung.

  • Nothing is unstable

    Nothing is unstable

    In meiner Skulptur „Nothing Is Unstable“ beschäftige ich mich mit der Frage, wie es dazu kommt, dass Etwas aus dem Nichts entsteht. Das Nichts und sein Gegenpart Etwas, ihre Dualität, ihre gegenseitige Abhängigkeit und der Übergang des einen in den anderen Zustand faszinieren mich.

    Meine Skulptur soll auf dieses fundamentale Naturgesetz aufmerksam machen und die Frage aufwerfen, in wie fern sich diese Dualität der Dinge auch auf andere Bereiche des Lebens übertragen lässt.

    „Ich glaube, Buchstaben sind gleichzeitig universell und individuell – Fast alle Menschen nutzen auf die eine oder andere Art und Weise Schrift, um sich auszudrücken. Ich versuche in meiner Arbeit Buchstaben auf den kleinsten gemeinsamen Nenner runterzubrechen und von kulturellen Einflüssen zu befreien. Ich möchte wissen, wie sie funktionieren um Ihrem ursprünglichen Wesen näher zu kommen und so eine universelle Sprache zu entwickeln. In dieser Sprache erzähle ich dann meine subjektiven Geschichten, in denen sich die Zeichen ins abstrakte verschieben. Diese Übersetzung von inneren Erfahrungen in eine visuelle Sprache und die Abbildung eines authentischen Selbstbildes in Kombination mit dem, was allen Menschen gemeinsam ist reizt mich.“

    Nach vielen kleineren Experimenten mit unterschiedlichen Materialien und einem stetig steigenden Interesse Plastizität in meinen Bildern darzustellen, ist diese Arbeit nun meine erste, größere Skulptur. Für mich war es spannend, mein gewohntes Umfeld der Malerei zu verlassen und mich auf ein völlig neues Medium und Material einzulassen.

    Jan Koke lebt und arbeitet in Hamburg.

  • Verfahren

    Verfahren

    In den vielen Jahren, die um Ulli Seitz als Gastwirt unmittelbar an der Kyll tätig war, lies er immer wieder seine Blicke über das mal sanft plätschernde, mal wild tosende Gewässer streifen. Dabei entstand irgendwann die Idee, ein Boot zu bauen, mit den man über die Kyll schippern könnte. Im Rahmen der Kunstroute setzte er die alte Idee nun in die Tat um und baute zusammen mit sein Sohn Paul aus uralten Dachblechen, die er bei der Renovierung seines Hauses fand, ein nicht ganz seetaugliches Schiff, das sich auf dem Weg nach Norden offensichtlich irgendwie verfahren hat.

  • Son of man

    Son of man

    Der 1954 in Kyllburg geborene Manfred Schwickerath ist gelernter Schreinermeister. Als Initiator der Vereinsgemeinschaft „Kyllburg Verein(t)“ und der Kirmes auf dem Stiftsberg „Der Berg ruft!“, Mitgründer des „Alternativen Vereins für Heimatkunde und Toleranz Waldburger Kylleifel“ und der „politischen Weihnachtsmärkte“ auf der Kyllbrücke, ist er in vielfältige Weise in Kyllburg engagiert. Schwickerath nahm bereits an der ersten Kunstroute 2019 teil. Seine „Rekonstruktion des Versuchs auf dem Stiftsberg eine Kirche aus original Eifeler Buntsandstein zu errichten“, zeugt von seinem hintergründigen Humor, der in allen seinen Arbeiten steckt. Ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe unterstreicht das: „Man erblickt nur, was man schon weiß und versteht

    Kunstwerk besteht aus: verbranntes Holz, Nr. 145, verschiedene Gegenstände aus der Kyll und von anderswo, 1 Rabe.

  • Die Flügel

    Die Flügel

    Insekten und Vögel haben Flügel mit denen sie in die Weite fliegen können. Sie sind Symbol der Freiheit, der beweglichkeit und der Expansion. Die Flügel dienen hier in in dieser Kreation als abstrakte Form für eine Idee. Die Idee einer Hoffnung, dass der Mensch die Natur wieder respektiert, wertschätzt als seine Lebensgrundlage und dementsprechend beschützt, dass diese Idee „Flügel“ bekommt und sich rasch um die Welt herum verbreiten wird. Es geht um die Aufmerksamkeit und Pflege, die wir der Natur und den Insekten geben müssen, die Bedeutung der Insekten für unserer Ökösystem, unserer Nahrung und unserer Gesundheit. Dies steht im Einklang mit dem Insektenprojekt der Kyllburger KITA-Kinder. Die Kinder malten Insektenformen auf Stein und bastelten Antennen, Beine und Flügel mit Eisendraht. Durch das Erzählen über die Funktion von Insekten und das Betrachten von Fotos und Zeichnungen verschiedener Insektenformen entstand so ein Bewusstsein für die Bedeutung der Insekten.