Fehlsteine mit Keramikplatten zum Begriff „Hoffnung“ aufgefüllt.
Die Mauer unterhalb der Stiftskirche, wo Stiftsstraße und Kastellstraße zusammentreffen, hat im Laufe der Zeit einige ihrer Steine verloren. Die Kinder und Jugendliche des Kunstkurses von Christiane Hamann haben Keramikplatten hergestellt, die genau in die offenen Stellen passen. Auf jeder Platte steht das Wort ‚Hoffnung‘, jeweils in einer anderen Sprache.Unser Dank geht an Christiane Hamann und die beteiligten Kinder und Jugendlichen und assistierenden Erwachsenen.
Im Inneren der Kapelle der Hoffnung wächst ein Bäumchen. Besteht die Hoffnung, dass er überlebt und zu einer stattlichen Buche heranwächst?
Maarten Brinkman (1962) sagt über seine Kunst: Natur ist meine größte Inspirationsquelle. in der Natur is alles anders und doch gleich. Alles ist einfach, aber komplex. Alles ist bekannt und sehr unbekannt. Kriterien, die gute Kunst erfüllen muss.Meine ersten Erfahrungen mit Kunst hatte ich als Siebenjähriger Junge. Beim Spielen mit Sand entdeckte ich, dass jedes Sandkorn eine andere Form und Farbe hatte. Ich sortierte die Körner nach Farbe und hatte plötzlich eine Sammlung. Für mich war es ein magischer Moment, denn wie konnte etwas Wertloses und so Kleines so wichtig werden?
In meiner Kunst suche ich nach dem Punkt, in dem das Alltägliche zur Kunst wird. Für mich ist dieser Augenblick magisch, weil er die Vorstellungskraft sichtbar macht. Es ist der Punkt, in dem aus einer Linie eine Zeichnung wird und doch beides ist. Dieser Moment ist bezaubernd, unfassbar und unermesslich groß.
Durch die Arbeit mit alltäglichen Materialien und einfachen Techniken bekomme ich einen besseren Überblick über den Wendepunkt; was ich hinzufügen oder weglassen sollte. Die Interventionen, die ich durchführe, müssen klar und genau sein. Manchmal muss ich den Betrachter einfach dazu bringen, die Realität anders zu sehen.
Der Ost-Hase ist eine Allegorie des Krieges in der Ukraine. Der weiße Hase steht für das von Russland überfallene Land.Der Hase, ein viel gejagtes, aber eigentlich friedliebendes Tier. Sein Gesichtsausdruck spiegelt die Überraschung des unbegreiflichen Überfalls und aller dabei begangenen Gräueltaten wider. Die Farbe Weiß steht für den Wunsch nach Frieden.
Material: Holz, Stroh, Kaninchendraht, Lehm und Silikatfarbe
Geboren 1973 in Kyllburg, aufgewachsen in den USA, lebt unter verschiedenen Tarnidentitäten auf der ganzen Welt.Über Dörte Mümmelmanns wahre Identität ist bis auf ihren Geburtsort nichts bekannt. Nach eigenen Angaben ist sie hauptberuflich als Geheimagentin tätig. Nebenbei besucht sie Volkshochschulkurse in “Malerei in der Bob Ross® Technik”. Als Geheimagentin operiert sie weltweit mit verschiedenen Geheimdienstorganisationen zusammen. Dabei sind ihr schon einige bekannt gewordene Coups gelungen:
[P] Kunst ist für Dörte Mümmelmann nur ein Hobby und ein entspannender Ausgleich zu ihrem stressigen Berufsalltag. Sie weiß im Vorfeld nicht, was bei ihrer Kunst am Ende herauskommt und hofft auf viele “Happy Little Accidents®”. Sie stellt an der Kunstroute zum ersten Mal ein von ihr geschaffenes Kunstwerk aus.
Für mich ist Land Art eine Arbeit, die nur aus natürlichen, vor Ort vorhandenen Materialien besteht, ohne etwas hinzuzufügen – keine Seile, Schrauben oder ähnliches. Ich schaue mir an, was an einem Ort vorhanden ist, und versuche, es zu verbessern. Diese Spur aus Baumstämmen fließt, ja stürzt, mit Wucht den steilen Hang hinunter, mitten durch die Wanderwege, direkt zur Quelle.Danke an Olivier, Huub, Jan, Joop, Ron und Ton für ihre unverzichtbare Muskelkraft!
Mattanja Coehoorn, geboren 1965 in den Niederlanden, studierte Biologie an der Universität Wageningen. Nach einer Karriere als Werbetexterin im Bereich Energie/Umwelt zog sie 1998 nach Maastricht, wo sie an der Akademie der Bildenden Künste den Studiengang Autonome Textilien absolvierte. Neben ihren autonomen Arbeiten fertigt sie auch viele angewandte Arbeiten an, insbesondere die Neugestaltung von Stühlen. Ihre Arbeiten werden regelmäßig ausgestellt und von Privatpersonen und Unternehmen erworben.Mattanja fertigt ihre Objekte hauptsächlich aus Naturmaterialien, die sie sorgfältig mit textilen Techniken bearbeitet. Fließende Übergänge spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Arbeiten sind biegsam, weich und zerbrechlich, gleichzeitig aber auch groß, monumental und kraftvoll. Sie scheinen mit der Erde und dem Universum, der Vergangenheit und der Zukunft, den Vorfahren und der Nachwelt verbunden zu sein, basierend auf der Idee: Alles ist schon da und wird ständig neu arrangiert, endlos, zeitlos.
Für Dagmar Engels ist der Pilz im herbstlichen Wald Symbol und Sinnbild zugleich.Als Fruchtkörper markiert er den Ausgangspunkt für die Fortpflanzung (Pilzsporen) des Lebens. Er dient den Lebewesen als Nahrung. Er ist Medium der Kommunikation (Sprache der Bäume). Umgangssprachlich wird nur der oberirdische Fruchtkörper als Pilz bezeichnet. Der eigentliche Pilz ist jedoch das für das Auge unsichtbare, aus Hyphen bestehende Myzel, ein Lebewesen, das Tausende von Jahren alt werden und riesige Ausmaße annehmen kann. Der gesamte Waldboden ist davon durchzogen. Über das Pilzmyzel stehen die einzelnen Bäume miteinander in Kontakt. Es werden Stoffe ausgetauscht und Informationen weitergegeben. Bäume kommunizieren.Die Installation aus abstrahierten Pilzformen will dies für den Betrachter erfahrbar machen. So entsteht ein Modell für die Sprache der Bäume. Die Veränderung im Laufe der Zeit durch äußere Einflüsse ist gewollt und Teil des Konzeptes. So wird der Alterungsprozess visualisiert.
Dagmar Engels, Jahrgang 1957, lebt und arbeitet seit 1999 im Künstleratelier AAK 1 in Eckfeld bei Wittlich.Nach beruflicher Tätigkeit an verschiedenen Orten (München, Hamburg, Kopenhagen, Frankfurt) und einem Designstudium an der Fachhochschule Trier konzentrierte sie sich auf ihre künstlerische Arbeit.Schwerpunkte bilden die abstrakte Malerei, sowie dreidimensionale Arbeiten und Installationen.Thema ist die Visualisierung von abstrakten Landschaften und Räumen, in denen der Betrachter Kreaturen und Fantasiewelten entdecken kann.Ausstellungstätigkeit seit 2014, Vorstandsmitglied im Kultur- und Kunstverein Trier e.V.
Aus Sandsteinen, Baumstämmen und Ästen, gefunden und gesammelt auf und um den Stiftsberg, wurden mehrere Skulpturen, die Spaten und Rechen darstellen, geschaffen. Ihre Größe variiert von ganz groß bis ganz klein und sie fügen sich in die Landschaft ein.Dem Betrachtenden begegnen diesen Objekte wie zufällig. Es sind typische Werkzeuge, wie aus den aktiven Tagen der Gärtnerei, die achtlos stehen und liegen gelassen wurden.Erinnerungen an den Gartenbau und die Landwirtschaft werden so bei den Vorbeigehenden geweckt und eigene Bezüge können hergestellt werden.
Die Diplom-Bildhauerin und Kulturpädagogin Christine Nicolay ist Dozentin, freischaffende Künstlerin und unterhält in Greimerath einen privaten Skulpturengarten. Dort ist auch ihr Atelier. Hier begleitet und unterstützt sie Trauernde, die für ihre Verstorbenen selbst ein Grabmal gestalten möchten. (vom Weg aus gesehen) genau im Norden liegt, dort, wo Ende und Neuanfang, das Ewige, zusammenkommen und verschmelzen.
Elisabeth Hatscher bringt das Material Filz als Rohwolle mit auf den „Hahn“ und nennt ihr Objekt „Die Dryade“, das die Besucher:innen zum Staunen bringt.„Die Dryade“ stammt aus der Welt der Fantasie. Hatscher gibt ihr die Bezeichnung „mysteriöser Naturgeist“ und verwurzelt sie in die Tradition der griechischen Mythologie der Baumnymphen. Die Besucher:innen der Kunstroute sollen frei assoziieren, wenn sie der „Dryade“ begegnen, sich individuelle Geschichten oder Erlebnisse ausdenken. Dabei lässt das Licht, der Schatten im Wald oder das Wetter „Die Dryade“ in ihren warmen Erdtönen farbig changieren.Die Künstlerin: „Das Filzobjekt lässt die Grenzen zwischen Mensch und Tier, Realität und Mythos verschwimmen.“Die Kuratoren: „Der Ansatz von Hatscher, Kultur als Fenster zur ‚Natur‘ zu definieren und zu erforschen, welchen Einfluss Kultur auf die Wahrnehmung der ‚Natur‘ hat, ist sehr überzeugend.“Hatscher studierte freie bildende Kunst an der Städelschule in Frankfurt am Main und war Meisterschülerin von Christa Näher. Sie lebt und arbeitet in Diefenbach.
„Die Dryade“ In Erinnerung an meinen langjährigen Spaziergefährten Blacky (2010-2023). Der Herbst hatte den Wald in ein Farbenmeer aus Rot-, Orange- und Gelbtönen getaucht. Doch an diesem Tag war die Sonne vom dichten Nebel verschluckt worden, der die Landschaft in ein undurchdringliches Grau tauchte, in dem die Farbenpracht verstummte. Die Blätter knisterten leise unter meinen Wanderschuhen, als ich mich mit meinem treuen Begleiter Blacky, einem schwarzen Schäferhund, auf unseren Spaziergang machte. Der Nebel hing schwer über dem Boden, sodass die Sicht kaum mehr als anderthalb Meter betrug. Um sicherzugehen, dass Blacky nicht zu weit vorauslief und außerhalb meiner Reichweite geriet, hatte ich ihn an eine kurze Leine genommen. Die Stille des Waldes war beinahe greifbar. Kein Rascheln der Blätter, kein Vogelgesang, nicht einmal ein Hauch von Wind, der durch die Baumwipfel strich. Nur das gedämpfte Geräusch unserer Schritte durchdrang die Stille. Es fühlte sich an, als wäre ich gefangen in einem stillen, nebligen Traum. Plötzlich spürte ich, wie Blacky sich an der Leine zurückzog und zu mir eilte. Das war ungewöhnlich für ihn, normalerweise zog er mich energisch durch den Wald, ohne auf meine Aufforderungen zu achten. Sein Knurren klang tief und bedrohlich, und ich spürte, wie sich meine Nackenhaare aufstellten. Etwas Unbekanntes lauerte da draußen im Nebel. Ich nahm die Leine noch kürzer und flüsterte beruhigende Worte. Mein Herz begann schneller zu schlagen, als ich mich vorsichtig vorwärts bewegte. Und dann, aus der undurchdringlichen Nebelwand, tauchte es auf: ein Wesen, das jede Vorstellungskraft sprengte. Es war groß, mindestens zwei Meter hoch, und hatte eine Gestalt, die weder Mensch noch Tier zuzuordnen war. Sein Körper war von dichtem Fell bedeckt, und sein Gesicht blieb verborgen. Eine Mischung aus Ehrfurcht und Furcht überkam mich, als ich das Wesen anstarrte. Die Erscheinung bewegte sich langsam auf uns zu, und ich spürte, wie Blacky sich noch enger an mich presste, sein Knurren verstummte. Das Wesen strahlte eine seltsame Ruhe aus. Es sprach nicht, doch ich konnte eine unerklärliche Verbindung zu der uralten Magie des Waldes spüren. Die Zeit schien stillzustehen, während das Wesen und ich uns in einem stummen Dialog befanden. Nach einer zeitlosen Weile wandte sich das Wesen ab und verschwand wieder in den Nebelschwaden, so leise und geheimnisvoll, wie es aufgetaucht war. Blacky entspannte sich, und auch ich fühlte eine innere Ruhe. Es war, als hätte uns das Wesen seinen Segen gegeben. Wir setzten unseren Spaziergang fort, die Welt um uns herum noch immer von Nebel umhüllt. Doch dieser Nebel war nun mehr als nur ein meteorologisches Phänomen – er war ein Teil des mystischen Waldes geworden, ein Zeuge unserer Begegnung mit dem unbekannten Wesen. Ich wusste, dass ich diese Geschichte niemandem erzählen konnte, ohne für verrückt gehalten zu werden. Aber tief in meinem Herzen spürte ich, dass sie real war. An diesem Herbstnachmittag hatte ich nicht nur einen Spaziergang mit meinem Hund gemacht. Ich hatte eine Verbindung zum Geheimnis des Waldes erlebt, zu einer Welt jenseits unserer orstellungskraft. Und in dieser Welt würde ich immer einen besonderen Platz für das Waldwesen haben, das uns inmitten des Nebels begegnet war. Elisabeth Hatscher 2024
Theo Kemen bemalt Bäume im „Hahn“. Vier Stück mit vier lebensgroßen Figuren. Ein Quartett, bei dem jede der Figuren eine eigene Rolle einnimmt. Sie warten. Sie warten auf Farbigkeit, auf Licht, auf Frieden, und auf Toleranz.Kemen zu seiner Intention: „Die Betrachter:innen werden angeregt zu entscheiden, ob sie warten, hoffen oder aktiv werden.”Kemen kommt in seiner Analyse der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Lage zu dem Schluss, dass Farbigkeit und Licht fehlten und dies Menschen resignieren lasse. Kunst spiele eine wichtige Rolle, da sie in der Lage sei, die Gesellschaft zu beeinflussen und zu verändern.Kemen: „Eine Gesellschaft ohne Kunst ist eine armselige und bedauernswerte Gesellschaft.“Das Kuratorenteam stellt fest: „Kemen wirft gesellschaftliche und politische Fragen auf und schafft mit seinen Projektionen auf die Bäume des „Hahns“ diese in den Kontext der Kunstroute zu stellen und zu visualisieren. Damit greift Kemen die Tradition von Helmut Schwickerath auf, künstlerisch politische Fragestellungen auf dem Hahn zu stellen.“Kemen arbeitet und lebt als freischaffender Maler und Bildhauer in Wiesbaden. Er studierte Grafikdesign in Trier und anschließend an der Kunstakademie in Mainz.
Ben Hirtz bringt sein malerisches Blau auf und in den „Hahn“ ein. Zum ersten Mal ist das Blau nicht nur Teil seiner Skulptur, sondern kann auf der Kunstroute durch „Das Tor“ durchschritten werden. Nach der blauen Linie, die die Eigendynamik im Wald im statischen Moment markierte, dem blauen Vorhang, der den Wind im Wald visuell widerspiegelte und reizvolle Auf- und Durchblicke gestattete, wird das Blau jetzt vieldimensional erlebbar. Der Künstler errichtet „Das Tor“ aus blauen Ästen und formt diese zu einem Ring-Kreis. „Das Tor“ teilt den Weg in ein davor und dahinter. Wer sich darauf zubewegt erkennt die künstlerische Intervention. Wer mitten im Tor stehen bleibt ist nah im Blau – wer zurückschaut ändert die Perspektive. Die Dimensionen Nah und Fern, Farbe und Licht gewinnen an Bedeutung und Schärfe.Hirtz‘ Skulptur „Das Tor“ ist ein Angebot: Interaktiv kann jeder Einzelne seine Position und Sicht auf Kunst, Natur, Licht und Farbe finden.Die Jury sagt: „Der Reiz der Skulpturen von Ben Hirtz auf dem Hahn bestehen darin, dass es ihm gelingt, fokussiert mit seinem malerischen Blau, seinen Arbeiten immer wieder eine neue Dimension hinzuzufügen und diese erlebbar zu machen. Das Blau von Hirtz ist markanter Teil der Kunstroute.“Der akademisch ausgebildete Künstler Ben Hirtz ist seit mehr als 50 Jahren künstlerisch aktiv und lebt und arbeitet in Malbergweich in der Eifel.