Der Ost-Hase ist eine Allegorie des Krieges in der Ukraine. Der weiße Hase steht für das von Russland überfallene Land.Der Hase, ein viel gejagtes, aber eigentlich friedliebendes Tier. Sein Gesichtsausdruck spiegelt die Überraschung des unbegreiflichen Überfalls und aller dabei begangenen Gräueltaten wider. Die Farbe Weiß steht für den Wunsch nach Frieden.
Material: Holz, Stroh, Kaninchendraht, Lehm und Silikatfarbe
Geboren 1973 in Kyllburg, aufgewachsen in den USA, lebt unter verschiedenen Tarnidentitäten auf der ganzen Welt.Über Dörte Mümmelmanns wahre Identität ist bis auf ihren Geburtsort nichts bekannt. Nach eigenen Angaben ist sie hauptberuflich als Geheimagentin tätig. Nebenbei besucht sie Volkshochschulkurse in “Malerei in der Bob Ross® Technik”. Als Geheimagentin operiert sie weltweit mit verschiedenen Geheimdienstorganisationen zusammen. Dabei sind ihr schon einige bekannt gewordene Coups gelungen:
[P] Kunst ist für Dörte Mümmelmann nur ein Hobby und ein entspannender Ausgleich zu ihrem stressigen Berufsalltag. Sie weiß im Vorfeld nicht, was bei ihrer Kunst am Ende herauskommt und hofft auf viele “Happy Little Accidents®”. Sie stellt an der Kunstroute zum ersten Mal ein von ihr geschaffenes Kunstwerk aus.
Für mich ist Land Art eine Arbeit, die nur aus natürlichen, vor Ort vorhandenen Materialien besteht, ohne etwas hinzuzufügen – keine Seile, Schrauben oder ähnliches. Ich schaue mir an, was an einem Ort vorhanden ist, und versuche, es zu verbessern. Diese Spur aus Baumstämmen fließt, ja stürzt, mit Wucht den steilen Hang hinunter, mitten durch die Wanderwege, direkt zur Quelle.Danke an Olivier, Huub, Jan, Joop, Ron und Ton für ihre unverzichtbare Muskelkraft!
Mattanja Coehoorn, geboren 1965 in den Niederlanden, studierte Biologie an der Universität Wageningen. Nach einer Karriere als Werbetexterin im Bereich Energie/Umwelt zog sie 1998 nach Maastricht, wo sie an der Akademie der Bildenden Künste den Studiengang Autonome Textilien absolvierte. Neben ihren autonomen Arbeiten fertigt sie auch viele angewandte Arbeiten an, insbesondere die Neugestaltung von Stühlen. Ihre Arbeiten werden regelmäßig ausgestellt und von Privatpersonen und Unternehmen erworben.Mattanja fertigt ihre Objekte hauptsächlich aus Naturmaterialien, die sie sorgfältig mit textilen Techniken bearbeitet. Fließende Übergänge spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Arbeiten sind biegsam, weich und zerbrechlich, gleichzeitig aber auch groß, monumental und kraftvoll. Sie scheinen mit der Erde und dem Universum, der Vergangenheit und der Zukunft, den Vorfahren und der Nachwelt verbunden zu sein, basierend auf der Idee: Alles ist schon da und wird ständig neu arrangiert, endlos, zeitlos.
Leonie Mertes *1967 lebt und arbeitet in der Südeifel. Wegmarken wie die Europäische Kunstakademie Trier und diverse Gruppenausstellungen führten zum Studium der freien Kunst an der Hochschule der bildenden Künste Saar. (Diplomabschluss 2022, derzeit Meisterstudium bei Prof. Katharina Hinsberg) Gegenwärtigen Schwerpunkt bilden Arbeiten MIT und IM Papier. Offen und sensibel der Natur gegenüber stellt sich LANDART in Kyllburg als neue Herausforderung dar. Im Kontext des Themas Natur reflektiert die Arbeit im Papier in ihrem Kern die Verletzung der Natur und den Ansatz der Heilung.
Rückeschäden beschädigen den Baum im Stiftswald.Großflächig liegt Splintholz frei.Verlust von Borke, Bast, Kambium ist Verletzung, Schädlingen Zugang bietend. Im begrenzten Oval liegt die nackte Haut des Baumes frei.Symbolik des Verschlussversuches durch verletzungslindernde Eingrenzung mit Baumbalsam.Hoffnung auf Kooperation der Materialien und gelingende Heilung.
Elisabeth Hatscher bringt das Material Filz als Rohwolle mit auf den „Hahn“ und nennt ihr Objekt „Die Dryade“, das die Besucher:innen zum Staunen bringt.„Die Dryade“ stammt aus der Welt der Fantasie. Hatscher gibt ihr die Bezeichnung „mysteriöser Naturgeist“ und verwurzelt sie in die Tradition der griechischen Mythologie der Baumnymphen. Die Besucher:innen der Kunstroute sollen frei assoziieren, wenn sie der „Dryade“ begegnen, sich individuelle Geschichten oder Erlebnisse ausdenken. Dabei lässt das Licht, der Schatten im Wald oder das Wetter „Die Dryade“ in ihren warmen Erdtönen farbig changieren.Die Künstlerin: „Das Filzobjekt lässt die Grenzen zwischen Mensch und Tier, Realität und Mythos verschwimmen.“Die Kuratoren: „Der Ansatz von Hatscher, Kultur als Fenster zur ‚Natur‘ zu definieren und zu erforschen, welchen Einfluss Kultur auf die Wahrnehmung der ‚Natur‘ hat, ist sehr überzeugend.“Hatscher studierte freie bildende Kunst an der Städelschule in Frankfurt am Main und war Meisterschülerin von Christa Näher. Sie lebt und arbeitet in Diefenbach.
„Die Dryade“ In Erinnerung an meinen langjährigen Spaziergefährten Blacky (2010-2023). Der Herbst hatte den Wald in ein Farbenmeer aus Rot-, Orange- und Gelbtönen getaucht. Doch an diesem Tag war die Sonne vom dichten Nebel verschluckt worden, der die Landschaft in ein undurchdringliches Grau tauchte, in dem die Farbenpracht verstummte. Die Blätter knisterten leise unter meinen Wanderschuhen, als ich mich mit meinem treuen Begleiter Blacky, einem schwarzen Schäferhund, auf unseren Spaziergang machte. Der Nebel hing schwer über dem Boden, sodass die Sicht kaum mehr als anderthalb Meter betrug. Um sicherzugehen, dass Blacky nicht zu weit vorauslief und außerhalb meiner Reichweite geriet, hatte ich ihn an eine kurze Leine genommen. Die Stille des Waldes war beinahe greifbar. Kein Rascheln der Blätter, kein Vogelgesang, nicht einmal ein Hauch von Wind, der durch die Baumwipfel strich. Nur das gedämpfte Geräusch unserer Schritte durchdrang die Stille. Es fühlte sich an, als wäre ich gefangen in einem stillen, nebligen Traum. Plötzlich spürte ich, wie Blacky sich an der Leine zurückzog und zu mir eilte. Das war ungewöhnlich für ihn, normalerweise zog er mich energisch durch den Wald, ohne auf meine Aufforderungen zu achten. Sein Knurren klang tief und bedrohlich, und ich spürte, wie sich meine Nackenhaare aufstellten. Etwas Unbekanntes lauerte da draußen im Nebel. Ich nahm die Leine noch kürzer und flüsterte beruhigende Worte. Mein Herz begann schneller zu schlagen, als ich mich vorsichtig vorwärts bewegte. Und dann, aus der undurchdringlichen Nebelwand, tauchte es auf: ein Wesen, das jede Vorstellungskraft sprengte. Es war groß, mindestens zwei Meter hoch, und hatte eine Gestalt, die weder Mensch noch Tier zuzuordnen war. Sein Körper war von dichtem Fell bedeckt, und sein Gesicht blieb verborgen. Eine Mischung aus Ehrfurcht und Furcht überkam mich, als ich das Wesen anstarrte. Die Erscheinung bewegte sich langsam auf uns zu, und ich spürte, wie Blacky sich noch enger an mich presste, sein Knurren verstummte. Das Wesen strahlte eine seltsame Ruhe aus. Es sprach nicht, doch ich konnte eine unerklärliche Verbindung zu der uralten Magie des Waldes spüren. Die Zeit schien stillzustehen, während das Wesen und ich uns in einem stummen Dialog befanden. Nach einer zeitlosen Weile wandte sich das Wesen ab und verschwand wieder in den Nebelschwaden, so leise und geheimnisvoll, wie es aufgetaucht war. Blacky entspannte sich, und auch ich fühlte eine innere Ruhe. Es war, als hätte uns das Wesen seinen Segen gegeben. Wir setzten unseren Spaziergang fort, die Welt um uns herum noch immer von Nebel umhüllt. Doch dieser Nebel war nun mehr als nur ein meteorologisches Phänomen – er war ein Teil des mystischen Waldes geworden, ein Zeuge unserer Begegnung mit dem unbekannten Wesen. Ich wusste, dass ich diese Geschichte niemandem erzählen konnte, ohne für verrückt gehalten zu werden. Aber tief in meinem Herzen spürte ich, dass sie real war. An diesem Herbstnachmittag hatte ich nicht nur einen Spaziergang mit meinem Hund gemacht. Ich hatte eine Verbindung zum Geheimnis des Waldes erlebt, zu einer Welt jenseits unserer orstellungskraft. Und in dieser Welt würde ich immer einen besonderen Platz für das Waldwesen haben, das uns inmitten des Nebels begegnet war. Elisabeth Hatscher 2024
Ben Hirtz bringt sein malerisches Blau auf und in den „Hahn“ ein. Zum ersten Mal ist das Blau nicht nur Teil seiner Skulptur, sondern kann auf der Kunstroute durch „Das Tor“ durchschritten werden. Nach der blauen Linie, die die Eigendynamik im Wald im statischen Moment markierte, dem blauen Vorhang, der den Wind im Wald visuell widerspiegelte und reizvolle Auf- und Durchblicke gestattete, wird das Blau jetzt vieldimensional erlebbar. Der Künstler errichtet „Das Tor“ aus blauen Ästen und formt diese zu einem Ring-Kreis. „Das Tor“ teilt den Weg in ein davor und dahinter. Wer sich darauf zubewegt erkennt die künstlerische Intervention. Wer mitten im Tor stehen bleibt ist nah im Blau – wer zurückschaut ändert die Perspektive. Die Dimensionen Nah und Fern, Farbe und Licht gewinnen an Bedeutung und Schärfe.Hirtz‘ Skulptur „Das Tor“ ist ein Angebot: Interaktiv kann jeder Einzelne seine Position und Sicht auf Kunst, Natur, Licht und Farbe finden.Die Jury sagt: „Der Reiz der Skulpturen von Ben Hirtz auf dem Hahn bestehen darin, dass es ihm gelingt, fokussiert mit seinem malerischen Blau, seinen Arbeiten immer wieder eine neue Dimension hinzuzufügen und diese erlebbar zu machen. Das Blau von Hirtz ist markanter Teil der Kunstroute.“Der akademisch ausgebildete Künstler Ben Hirtz ist seit mehr als 50 Jahren künstlerisch aktiv und lebt und arbeitet in Malbergweich in der Eifel.