Kategorie: 2023

  • Vorhang

    Vorhang

    Ein Vorhang aus Ästen in blau bewegt sich durch Wind, Wetter und so (ver-)ändert sich der (Durch-)Blick.

    „Künstlerische Arbeit ist die Freiheit, unbekannte Wege zu gehen.

    Benjamin Hirtz, Jahrgang 1955, ist künstlerisch, gestalterisch und handwerklich sowie kunstpädagogisch in diversen Ateliers und Ausbildungsstätten ausgebildet. Er ist selbstständig als Bildhauer, Gestalter, Lehrer.

    „Nach der Arbeit mit schwerem Stein und anderem Material interessiert mich im Moment eher das Skizzenhafte. Es ist leicht und frei und nicht fertig … lässt der Fantasie Spielraum und fordert den Betrachter, den eigenen inneren Bildern und Prozessen zu folgen und sich (damit) auseinanderzusetzen.“

    Installation von Ben Hirz aus Malbergweich, Kurpark Hahn, Kyllburg, 23.05.2023

  • Die Schönheit des Stein-Seins

    Die Schönheit des Stein-Seins

    Eine Felswand mit Vertiefungen und Spalten öffnet die Blicke für eine Fülle von Entdeckungen, was darin verborgen lebt. Vor und in dieser Felswand sind schmuckvolle farbige Steine und Objekte installiert, wie Geschenke des Dankens. Sie laden alle Vorübergehenden ein, inne zu halten und diesen Ort mitzugestalten zu einem Spielfeld der natürlichen Fülle und Schönheit.Vom Boden wächst eine verflochtene Vegetation in diesen Raum und schafft sich ihre eigenen Wege. Mit einem farbigem Geflecht des Glitzerns wächst es weiter. Es lädt ebenfalls zu staunendem Innehalten ein, das sich mit kleinen Ergänzungen einbringen kann. Rüdiger Steiner wird diesen Ort selbst performativ und bildhauerisch beleben und verändern – gerne auch mit Verabredungen mit Interessierten dafür.

    Rüdiger Steiner bewegt sich von der Bildhauerei kommend, mit seinen Projekten und Installationen zwischen Kunst-Werk, Erfahrungsprozess, Körper- und Bewusstseinsarbeit. Er schafft Raum-Situationen, in denen sich ein plastisches, räumliches und körperliches Begegnen gestalten kann. Dabei werden intuitive Impulse in ein handelnd-kommunikatives Miteinander bzw. in die Umwelt eingebracht.

  • Offene Enden

    Offene Enden

    Angefangen hat es mit den Geschichten.Geschichten, Märchen, Mythen sind, wenn man ihnen ihre ursprüngliche Kraft gelassen hat, angebunden an Grundlegendes und bergen eine Fülle an Bildern und Symbolen, und durch die inneren Bilder, die sie in uns aktivieren, wecken sie unsere eigene Fülle und unsere Lebendigkeit.Sie sind immer bei mir. Die Arbeit mit ihnen ist meine Basis.Geschichten, Märchen und Mythen arbeiten mit der Vorstellung. Manchmal drängt es aber auch in anderer Form nach außen, ins Sichtbarwerden. Dann entstehen meine Installationen. Objekte. Die alten Geschichten gehören immer dazu. Sie sind Teil der Installation.Das Leben in seiner Komplexität bedeutet ständige Bewegung. Nichts ist statisch. Nichts ist fest. Das bedeutet aber auch: nichts ist wirklich sicher. Nichts ist fertig. Alles ist zerbrechlich. Ein Fragment. Überall offene Enden…

    Ursel Hirtz studierte zunächst Soziologie und Germanistik ohne Abschluss. Dann begann sie ihre künstlerische Tätigkeit, indem sie in der Künstlersiedlung Weissenseifen bei dem Bildhauer Günter Mancke freies künstlerisches Arbeiten erlernte. Sie absolvierte eine Ausbildung zur zertifizierten Märchenerzählerin und Märchentherapeutin, die mit und an Bildern führt.„Sprache als schöpferischer Akt“ lernte sie bei Margarethe Mancke.Seit vielen Jahren arbeitet sie mit Geschichten, allein als Erzählerin oder mit Musikern.Sie gibt Seminare und Workshops zur Selbsterfahrung an Bildern und absolvierte eine Zusatzausbildung in „Aktiver Imagination“ und weitere Kurse wie „Tanztherapie“ am C. G. Jung Institut Köln.

  • Wuchtstrom

    Wuchtstrom

    Für mich ist Land Art eine Arbeit, die nur aus natürlichen, vor Ort vorhandenen Materialien besteht, ohne etwas hinzuzufügen – keine Seile, Schrauben oder ähnliches. Ich schaue mir an, was an einem Ort vorhanden ist, und versuche, es zu verbessern. Diese Spur aus Baumstämmen fließt, ja stürzt, mit Wucht den steilen Hang hinunter, mitten durch die Wanderwege, direkt zur Quelle.Danke an Olivier, Huub, Jan, Joop, Ron und Ton für ihre unverzichtbare Muskelkraft!

    Mattanja Coehoorn, geboren 1965 in den Niederlanden, studierte Biologie an der Universität Wageningen. Nach einer Karriere als Werbetexterin im Bereich Energie/Umwelt zog sie 1998 nach Maastricht, wo sie an der Akademie der Bildenden Künste den Studiengang Autonome Textilien absolvierte. Neben ihren autonomen Arbeiten fertigt sie auch viele angewandte Arbeiten an, insbesondere die Neugestaltung von Stühlen. Ihre Arbeiten werden regelmäßig ausgestellt und von Privatpersonen und Unternehmen erworben.Mattanja fertigt ihre Objekte hauptsächlich aus Naturmaterialien, die sie sorgfältig mit textilen Techniken bearbeitet. Fließende Übergänge spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Arbeiten sind biegsam, weich und zerbrechlich, gleichzeitig aber auch groß, monumental und kraftvoll. Sie scheinen mit der Erde und dem Universum, der Vergangenheit und der Zukunft, den Vorfahren und der Nachwelt verbunden zu sein, basierend auf der Idee: Alles ist schon da und wird ständig neu arrangiert, endlos, zeitlos.

    www.mattanjacoehoorn.nl

  • Natur-Kultur

    Natur-Kultur

    Mit roten Stoffbahnen, gespannt in den Fensterbögen des kirchlichen Kreuzgangs der Stiftskirche Kyllburg, schafft Marie Senftleben-Gudrich in ihrer Arbeit ‚Natur — Kultur‘ einen gewollten Kontrast.Der historische Raum tritt in eine stille Zwiesprache mit der signalstarken, roten Farbe des Tuchs, welches die Zwischenräume des Gemäuers betont und als Leerstellen sichtbar werden lässt.Auch in ihrer zweiten Arbeit ‚Natur — Kultur‘ tritt die Farbe Rot als zentrales Element auf, dieses Mal als Füllstoff einer alternden Mauer am Wegesrand. Und wiederum lässt das Material die Zwischenräume im Bauwerk, als Sinnbild des Wandels, erkennbar werden.Marie Senftleben-Gudrich stellt in beiden Arbeiten die Frage nach Vergangenem und Gegenwärtigem, danach was einst war und was heute bleibt. In ihrer ästhetischen Intervention macht sie räumliche und zeitliche Grenzen erfahrbar und thematisiert zugleich deren Auflösung im Wandel der Zeit. Die rote Farbe des Tuchs durchdringt, einer Lebensader gleich, die alten Gemäuer und verleiht diesen eine neue Lebendigkeit. Senftleben-Gudrichs Arbeiten dienen damit nicht allein der bloßen Sichtbarmachung, sondern führen das Alte zugleich einer neuen Sinnhaftigkeit zu. So regt die Künstlerin nicht zuletzt auch zur Reflexion über den eigenen Umgang mit der Natur und der Kulturgeschichte an.

    Ihr Lebensweg führte Marie Senftleben-Gudrich über eine erste Ausbildung zur Goldschmiedin, ein Kunststudium in Schweden und England und viele weitere Auslandsaufenthalte auch zur Psychotherapie. Ihren Hintergrund als Familien- und systemische Therapeutin verbindet sie heute mit ihrer Leidenschaft für die Keramik und die Kunst. Seit 2017 ist sie als erste Vorsitzende und Geschäftsführerin des again speicher e.V. eine der treibenden Kräfte hinter dem jungen Kulturverein in der Verbandsgemeinde Speicher.

    Marie Senftleben-Gudrich fasziniert das Wesen der Dinge, ihre Geschichte und der ästhetische Reiz des Materials. In ihren Werken verarbeitet sie häufig Gefundenes und Gesammeltes in experimentierfreudigen Materialkombinationen. Über die ungewohnte Inszenierung von Strukturen und Formen führt sie Vorhandenes neuen Zusammenhängen und Bedeutungsebenen zu. Das Verhältnis von Natur und Kultur ist eines der zentralen Themen ihrer künstlerischen Arbeit.In der Auseinandersetzung mit Aspekten des Wandels und der Vergänglichkeit stellt sie die Frage nach dem bewussten Umgang mit Ressourcen und unserer Kulturgeschichte.ird. Für seine Lesung erhielt er 2013 den renommierten Cornelius-Meiselter-Literaturpreis.

  • Fruchtkörper

    Fruchtkörper

    Der Herbst 2022 war ein sogenanntes Mastjahr. Die Bäume reagierten mit einer Überproduktion von Samen, um ihre Art zu erhalten. Eine noch weitgehend unerforschte klimabedingte „Panikreaktion“, die den Baum viel Energie kostet. Vor allem die Eiche hat im vergangenen Jahr eine unglaubliche Fülle an Früchten hervorgebracht. Jede Eichel hat einen Hut. Diese Kapseln als Überbleibsel der Ernte in Verbindung mit dem ewig wiederverwendbaren Lehm bilden die Grundlage und Inspiration für dieses Werk. Ein Werk, das aus der Natur geschaffen wurde und im Laufe der Zeit wieder mit ihr verschmilzt. So soll für den Besucher ein Erlebnis geschaffen werden, das seine Aufmerksamkeit für die Welt um ihn herum erweitert.

    Lucia Keidels Arbeit nimmt uns mit auf eine sensible und poetische Reise, auf der die Realität abstrakt und die Abstraktion real wird. Als interdisziplinäre Künstlerin sensibilisiert sie sich durch genaue Beobachtung, Feldforschung und Recherche für ihre Umwelt. Durch ihre Werke macht sie erfahrbar, was es bedeutet, mit der Natur und als Teil von ihr zu leben, denn wir müssen wahrnehmen, was die Erde uns sagt.Mit einem Hintergrund in bildender Kunst und Erfahrung im Bühnenbild sowie in der konstruktiven und skulpturalen Arbeit mit Ton schließt sie gerade ihr Studium der Interdisziplinären Künste in Maastricht ab.In ihren performativen Arbeiten arbeitet sie mit Film, Ton, Bewegung und den taktilen Eigenschaften organischer Materialien. Sowohl der Entstehungsprozess als auch das Ergebnis beziehen sich auf die aktuellen Gegebenheiten der Umwelt und auf ihre eigene Wahrnehmung sinnlicher Erfahrungen. Durch diese Art des Erforschens entsteht ein Sensibilisierungs- und Lernprozess, der zu einem sich ständig weiterentwickelnden Ergebnis führt.

  • Ursprung

    Ursprung

    Für Hedi Schon ist das Thema „Fülle“ eng mit einem intakten Kreislauf verbunden. Die Natur kann nur dann Fülle hervorbringen, wenn alle notwendigen Komponenten ausreichend und gesund vorhanden sind. Wasser ist ein zentraler Bestandteil der Natur.Die Glasinstallation zeigt den Weg des Regenwassers von der Dachrinne bis zur Zisterne.

    Hedi Schon wurde in Kyllburg geboren und wuchs in Bruderholz auf. Sie hat eine ganz besondere Beziehung zu Kyllburg, zum Stadtpark Hahn und insbesondere zur Stiftskirche.Das Thema Landart fasziniert sie, insbesondere im Hinblick auf Umwelt- und Naturschutz. Als Allroundkünstlerin mit besonderen Fähigkeiten als Glaskünstlerin arbeitet sie gerne mit den unterschiedlichsten Materialien.

    … lässt der Fantasie Spielraum und fordert den Betrachter, den eigenen inneren Bildern und Prozessen zu folgen und sich (damit) auseinanderzusetzen.

  • Papaver occidentale

    Papaver occidentale

    Diese Arbeit lehnt sich stark an das ausgeschriebene Thema „Fülle“ an; es weckt die Assoziation zur römischen Göttin Ceres bzw. ihrer griechischen Entsprechung Demeter als Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit. Ihr Attribut ist die Mohnkapsel. Diese wird häufig als Element der Kopfbedeckung von Ceres und Demeter verwendet.Die Mohnkapsel verkörpert in besonderer Weise das Thema „Fülle“. Die Mohnkapsel, die durch ihre auffällige und formschöne Fruchthülle fasziniert, verkörpert mit ihren unzähligen winzigen Samenkörnern das Thema „Fülle“ in besonders anschaulicher Weise.Ausgehend von dieser Inspiration wird der Lebenszyklus der Mohnpflanze – von der Knospe über die sich öffnende Blüte bis hin zur voll erblühten Pflanze und der reifen Mohnkapsel – in überdimensionaler Größe plastisch dargestellt. [P] Dorothée Bores, geboren in Trier, aufgewachsen in Kyllburg und St. Thomas. Studium in Kaiserslautern, Mainz und Heidelberg. Magister und Promotion in Buchwissenschaft mit den Nebenfächern Germanistik und Kunstgeschichte. Danach freiberufliche Tätigkeit als Autorin und Herausgeberin, vor allem im Bereich Buchgestaltung und Illustration. Bei aller „Theorie“ hat sie die praktische Auseinandersetzung mit der bildenden Kunst nie losgelassen. Und so ist es vielleicht nur folgerichtig, dass ihr Lebensweg sie mit der Annahme einer Stelle als Lehrerin wieder zurück in die künstlerische Praxis geführt hat. Seit 2019 unterrichtet sie mit großer Freude das Fach Bildende Kunst am PWG Wittlich und widmet sich auch in ihrer Freizeit dem künstlerischen Schaffen. Im vergangenen Jahr nahm sie mit einigen plastischen Arbeiten an der Gemeinschaftsausstellung „Bürgerkirche St. Gangolf“

  • Gespräch unter Bäumen

    Gespräch unter Bäumen

    Für Dagmar Engels ist der Pilz im herbstlichen Wald Symbol und Sinnbild zugleich.Als Fruchtkörper markiert er den Ausgangspunkt für die Fortpflanzung (Pilzsporen) des Lebens. Er dient den Lebewesen als Nahrung. Er ist Medium der Kommunikation (Sprache der Bäume). Umgangssprachlich wird nur der oberirdische Fruchtkörper als Pilz bezeichnet. Der eigentliche Pilz ist jedoch das für das Auge unsichtbare, aus Hyphen bestehende Myzel, ein Lebewesen, das Tausende von Jahren alt werden und riesige Ausmaße annehmen kann. Der gesamte Waldboden ist davon durchzogen. Über das Pilzmyzel stehen die einzelnen Bäume miteinander in Kontakt. Es werden Stoffe ausgetauscht und Informationen weitergegeben. Bäume kommunizieren.Die Installation aus abstrahierten Pilzformen will dies für den Betrachter erfahrbar machen. So entsteht ein Modell für die Sprache der Bäume. Die Veränderung im Laufe der Zeit durch äußere Einflüsse ist gewollt und Teil des Konzeptes. So wird der Alterungsprozess visualisiert.

    Dagmar Engels, Jahrgang 1957, lebt und arbeitet seit 1999 im Künstleratelier AAK 1 in Eckfeld bei Wittlich.Nach beruflicher Tätigkeit an verschiedenen Orten (München, Hamburg, Kopenhagen, Frankfurt) und einem Designstudium an der Fachhochschule Trier konzentrierte sie sich auf ihre künstlerische Arbeit.Schwerpunkte bilden die abstrakte Malerei, sowie dreidimensionale Arbeiten und Installationen.Thema ist die Visualisierung von abstrakten Landschaften und Räumen, in denen der Betrachter Kreaturen und Fantasiewelten entdecken kann.Ausstellungstätigkeit seit 2014, Vorstandsmitglied im Kultur- und Kunstverein Trier e.V.

  • …Stehen und liegen gelassen…

    …Stehen und liegen gelassen…

    Aus Sandsteinen, Baumstämmen und Ästen, gefunden und gesammelt auf und um den Stiftsberg, wurden mehrere Skulpturen, die Spaten und Rechen darstellen, geschaffen. Ihre Größe variiert von ganz groß bis ganz klein und sie fügen sich in die Landschaft ein.Dem Betrachtenden begegnen diesen Objekte wie zufällig. Es sind typische Werkzeuge, wie aus den aktiven Tagen der Gärtnerei, die achtlos stehen und liegen gelassen wurden.Erinnerungen an den Gartenbau und die Landwirtschaft werden so bei den Vorbeigehenden geweckt und eigene Bezüge können hergestellt werden.

    Die Diplom-Bildhauerin und Kulturpädagogin Christine Nicolay ist Dozentin, freischaffende Künstlerin und unterhält in Greimerath einen privaten Skulpturengarten. Dort ist auch ihr Atelier. Hier begleitet und unterstützt sie Trauernde, die für ihre Verstorbenen selbst ein Grabmal gestalten möchten.  (vom Weg aus gesehen) genau im Norden liegt, dort, wo Ende und Neuanfang, das Ewige, zusammenkommen und verschmelzen.